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24.09.20195. Liga KF

Erfolgreicher Aufgalopp der neuen Alten

Starke Torhüter, eine kreative Offensivabteilung, zwei Siege und vor allem breit grinsende Gesichter prägten die erste Meisterschaftsrunde der neuformierten 5. Liga-Kleinfeldtruppe von Bern Ost.

Für die meisten der jüngsten ältesten Mannschaft von Bern Ost schloss sich am vergangenen Sonntag ein Kreis: Unvergessen sind die ersten Spiele in ihren Unihockeykarrieren, als sie in Turnhalle am gefühlten Ende der Welt zum ersten Mal mit richtigen Gegner die Unihockeystöcke kreuzten. 

Das sonntägliche Warum-up verdiente seinen Namen nicht. Das einmal vorne weg. Grosszügig bemessene zehn Minuten dauerte dann das Einschiessen auf dem Feld. Dies unter genauer Beobachtung der Gegner. Was sich die Haudegen des UHT Arni von dieser gut getarnten Sportspionage erhofften, bleibt ihr Geheimnis.

Emmentaler Spionageversuche

Wenn sich beim ersten Spiel gegen die Emmentaler für die meisten ein Kreis schloss, so begann Torhürter Simon Krebs ein neues Kapitel in seinem Sportlerleben: Er hütete zum ersten Mal ein Tor in der Meisterschaft. Mit verschmitztem Lächeln erwähnte er kurz vor Anpfiff noch, er habe beinahe seine Linsen vergessen. Dass er eine Korrektur von zweistelliger Stärke benötig, sei nur am Rande erwähnt. Die Partie war keine zwei Minuten alt, als Teamcaptain Werner Meier das erste Meisterschaftstor dieser Mannschaft erzielte. Die Turnhalle zu Belp erzitterte in ihrem Fundament unter dem euphorischen Jubel der zahlreichen, also circa vier, mitgereisten Fans, und seiner Kameraden natürlich. Die Führung konnte schnell ausgebaut werden. Die Mannen des Ostens fühlten sich schon unbesiegbar, unfehlbar, eigentlich unsterblich, als ein Emmentaler Slapshot den Weg in die Maschen fand. Erste Zweifel kamen auf. Und mit diesen schmolz der Vorsprung. Bern Ost war kurz vor dem Aufgeben, kurz vor dem mentalen Ende. Mit fünf Tore en suite schossen sie sich doch noch aus der ersten Krise. Es lässt sich konstatieren: Joga Bonito wird auch in der fünften Liga bestraft. Schliesslich fand man ein Gleichgewicht zwischen offensivem Schaulaufen und pflichtbewusster Blockarbeit sodass das Anzeigeboard nach 40 Minuten ein 13:4-Sieg anzeigte. 

Die grosse Herausforderung der Turnierform ist der kaum zu bewältigende Konflikt zwischen der Regeneration des beendeten Spiels und die Konzentration und Vorbereitung auf die anstehende Partie. Die Östler versuchten diesen Spagat mit Karten spielen, dummen Sprüchen und dem Verzehr des vorzüglich schmeckenden Gepäcks von Bergés Ehefrau zu vollziehen. Ein Vollerfolg wie sich herausstellen sollte.

Der Gegner dieser zweiten Partie waren die Drachen aus Heimberg. Furchteinflössend stellte man sich die Fabelwesen aus dem Oberland vor. In der Realität sah das ganze etwas anders aus. Die tapferen Drachenkämpfer aus dem Osten Berns zogen den Urzeitmonstern mit herrlichen Kombinationen schnell die Zähne. Praktisch im Minutentakt zappelte das Netz der Heimberger. Nur dank einem Zwischentief kurz nach dem Pausentee und einigen Paraden des Torhüter-Drachens fiel das Resultat nicht noch höher aus. Mit 18:4 (17 gemäss dem Schiedsrichter) brachten die Neo-Kleinfeldler den Sieg nach Hause. 

So lässt sich ein äusserst positives Fazit der ersten Trainingswochen und Meisterschaftsspielen ziehen. Die hervorragende Stimmung in der Mannschaft wurde von den herrlichen Toren in Belp weiter verstärkt. Erfreulich auch die Art und Weise wie man mit Gegner und Schiedsrichter umging. Alles andere als klare Siege wären gemessen an der Erfahrung im Kader unschön gewesen. Trotz den hohen Erfolgen und vielleicht dem einen oder anderen Querpass zu viel, wirkte der Auftritt zu keinem Zeitpunkt arrogant oder überheblich (haben sie zumindest das Gefühl). Dass Bern Ost III ausserdem das schönste Team im Spielbetrieb von swiss unihockey ist, wurde von verschiedenen Seiten bestätigt.

Besondere Leistungen:

  • Crameri erzielt 8 Tore (bei 523 Abschlüssen)
  • Stettler erzielt in beiden Spielen das 10. Tor (Bier her!)
  • Nold meldet sich eine Stunde vor dem Spiel ab (Kohle her!) 

Ein besonderer Dank an dieser Stelle den beiden Dirigenten und Organisatoren David Nold und Werner Meier für das administrative Gelingen und Gedeihen dieser Mannschaft sowie Spielerfotograf Yves Farine für seinen Einsatz am ersten Spiel.